Unsere U 20w- Mädchen eroberten die VIZE- Meisterschaft….

…. und sind seit 17 Spielen der U 20w Turnierübergreifend ungeschlagen!

Beginnen möchte ich meinen Bericht mit der Siegerehrung in Borken. Noch einmal hatten sich einige Teams der U 20w und U 20 im Turniersaal versammelt um die beiden Siegerteams aus Lehrte und Sasbach sowie die Platzierten mit Beifall in das neue Jahr zu schicken.

Vorab wurde gerade bei der Ehrung der Mädchen noch mal viel erzählt und erklärt zum Auslosungsmodus, aber letztendlich sind wir zusammen mit dem Veranstalter (DSJ) glücklich, dass die U 20w irgendwie reibungslos zu Ende gebracht werden konnte.

Vor der DVM war dies keineswegs so klar.

Lange hatte man seitens der DSJ versucht ein Teilnehmerinnenfeld zu finden was weniger Kopfzerbrechen machen würde. Dies gelang leider nicht und so fand sich ein Feld von 9 Teams in Borken- Gemin, nähe Münster ein.

Wenige Tage vor der Anreise gab es zudem noch auf 18 PDF- Seiten nähere Erklärungen zum vorgesehenen Auslosungsverfahren und 3 theoretische Beispiele, Erklärungen was wann wem passiert und so weiter.

Allerdings gab es auch die Aussage:

…“ Der beschriebene Modus wurde durch uns so noch nie angewendet“ (Zitat: DSJ- Auslosungserklärung)

Unsere 4 Mädchen waren somit Teil eines Experimentes mit ungewissem Ausgang für Alle 9 Teams vor Ort, was unser Ziel (Titelverteidigung) etwas mit beeinflussen könnte und es auch leider ein wenig tat.


Untergebracht waren unsere Spielerinnen

  1. Nathalie Wächter (16)
  2. Emily Rosmait (18)
  3. Inken Köhler (15)
  4. Jasmin Zimmermann (19)

ihr Trainer Wolfgang und Mitbetreuer Frank

in einem nahe gelegenem Hotel, was sich als sehr gute Maßnahme entpuppte. Zwar war die Unterbringung in der Jugendburg auch möglich gewesen, Berichte der dort einquartierten Teams zeigten jedoch auf, dass der Standart dort teilweise etwas rustikal gewesen sei (zBsp. Gemeinsachaftsbäder für Mädchen und Jungs eines Ganges)

In der 1. Runde wurde uns, als Setzlistenzweite, der Noch- Meister der U 14w aus Langen zugelost. Nach Siegen von Nathalie und Jasmin, sowie 2x Remis von Emily und Inken konnten wir sicher 3:1 gewinnen.Neben dem schönem Auftakterfolg, gab es jedoch auch erste Eindrücke von den etwas sehr kleinem Spielsaal, wo man sich doch sehr Nahe beim spielen kam. Das es noch alternativ bessere Räumlichkeiten gegeben hätte (O- Ton Siegerehrung) halte ich für etwas "Nachgeschoben", da auf dem Feadback- Bogen die "Enge" wohl zum Thema wurde.

In Runde 2 kam es bereits zum 1. Gipfeltreffen SK Lehrte gegen TuRa. Beide Teams spielen mit ihren Spielerinnen auch in der   1. Frauenbundesliga und die Mädchen kennen sich schon über viele Jahre und sind dabei auch miteinander befreundet. Beim Match spielte dies jedoch keine Rolle und so wurde es ein sehr spannender Wettkampf, bei dem die Partien an 1 bis 3 Remis endeten und lediglich Jasmin, gegen die etwas gleich starke Spielerin der Lehrterinnen gewinnen konnte.

2,5:1,5 und das Gefühl einen Mitkonkurrenten auf Distanz gebracht zu haben, lies unser Team zuversichtlich in Runde 3 gehen. Gegnerinnen waren jedoch die Mädels von Wilkau- Haßlau… ein Team was wir 2010 das letzte Mal bezwingen konnten und gegen das wir seitdem 4x verloren. Auch diesmal standen wir auf Verlust und nur der eine oder andere Fehlgriff einzelner Haßlauerinnen verhalf uns zu einem 2:2.

Der Nachmittag brachte unser Team mit dem Hamburger SK zusammen. Auf dem Papier eine Pflichtaufgabe auf dem Weg zum Titel, allerdings hatte der HSK einen sehr guten Start und konnte dabei gegen Karlsruhe (SL an 3) ein 2:2 erobern. Mit dem dann doch deutlich erspielten 3,5:0,5 eroberten wir die Tabellenführung, da Wilkau- Haßlau gegen Lehrte verlor.

Die Auslosung der 5. Runde offenbarte dann die erste kleine Schwäche des gewählten Systems.

In der DSJ- Erklärung wurde folgendes an Hand der theoretisch geschilderten Turnierbeispiele erörtert:

„… Wir haben mehrere Testturniere simuliert. Hierbei hat sich der geschilderte Modus als sehr vorteilhaft und transparent erwiesen. Es erhielt stets gerade die Mannschaft Spielfrei, die von den Mannschaften, die bislang alle Runden spielen konnten, die geringste Punktzahl aufwies. Es stellt sich somit ein Verhalten ähnlich einem k.o.-Turnier ein: Die besten Mannschaften können weiter im Wettstreit untereinander antreten, ihre Platzierung untereinander wird nicht durch Spielfre entschieden. Im Fall zweier punktgleicher Mannschaften tritt so in der letzten Runde ein Fernduell um die höchsten Brettpunkte ein, wie es auch bei einem normalen Turnier im Schweizer System zu erwarten gewesen wäre.

Nun, grau ist jede Theorie und so erhielt der bis dahin Zweitplatzierte das „Spielfrei“ und von da ab wurde das Auslosungsverfahren eine Glückslotterie. Hinter Lehrte gab es noch 3 Teams (Rot markiert) mit weniger Punkten, die laut Auslosungserklärung das Freispiel eventuell hätten bekommen können.

Pl.

Team

Ø DWZ

Land

G

U

V

MP

BP

Bhz

1 +

TuRa Harksheide Norderstedt

1865

Schleswig-Holstein

3

1

0

7

11

16

2 +

SK Lehrte

1888

Niedersachsen

3

0

1

6

12½

20

3 -

Muldental Wilkau-Haßlau

1750

Sachsen

2

1

1

5

17

4 =

TSV Forstenried

1583

Bayern

2

1

1

5

10

5 =

Hamburger SK

1422

Hamburg

1

1

2

3

5

17

6 =

Karlsruher SF

1829

Baden

0

2

1

2

13

7 +

SK Langen

1581

Hessen

1

0

2

2

5

10

8 -

SV Bannewitz

1363

Sachsen

1

0

2

2

3

10

9 =

Leegebrucher SF

1301

Brandenburg

0

0

3

0

3

9

 

Egal dachten wir uns und gingen voller Zuversicht an die Bretter gegen Forstenried. Der Verlauf der Partien lies uns auch voller Optimismus auf einen weiteren Teamsieg blicken und dann kam es doch anders und es wurde nur ein 2:2. Spielerisch haben wir ungeachtet der kommenden Dinge da unsere Titelchancen vergeben. Zwar wurden wir nach der 5. Runde noch als Tabellenführer geführt, allerdings waren wir es nach Brettpunkten in einer „bereinigten“ Tabelle nicht mehr.

An diesem Punkt hätten wir uns vom Schiedsrichter und der DSJ etwas mehr Flexibilität gewünscht. Aus unserer Sicht wäre es hier angebracht gewesen den Gegebenheiten vor Ort mehr Beachtung zu schenken und die Auslosung auch unter Berücksichtigung der tatsächlichen Tabellensituation weiter vorzunehmen. Letztendlich wurden ja alle 3 Theorievarianten bereits Makulatur, da da nie damit gerechnet wurde, dass es beim Aufeinandertreffen der Spitzenteams kein 2:2 geben könnte.

Nun, Leegebruch war selbst auch überrascht, dass sie  unser Gegner in Runde 6 sind und irgendwo konnte man dann lesen „TuRa spielte am Tisch 1 fünf Stunden für den Streichwert“... bittere Ironie ;)

Die Auslosung der 7. Runde verwunderte dann niemanden mehr. Während der eigentliche Tabellenführer Lehrte das tapfere aber auch etwas schwache Team aus Bannewitz zugelost bekam, durften wir als bei der Auslosung immer noch auf  Rang 1 geführtes Team am 1. Tisch gegen das spielstarke Team aus Karlsruhe ran. Getreu dem ungeschriebenem Gesetz „Die letzte Runde ist TuRa- Runde“ konnten wir mit Glück und Geschick auch dieses Match gewinnen und blieben so im gesamten Turnier ungeschlagen.

Am Ende erspielten wir somit 12:02 Teampunkte, wobei uns jedoch das 4:0 gegen Leegebruch wieder abgezogen wurde, da wir ja, neben Forstenried, alle 7 Runden gespielt haben. An dieser Stelle möchte ich wieder aus der DSJ- Erklärung zitieren:

Haben die zwei Mannschaften, die volle sieben Runden spielen, einen Vor- oder Nachteil?

Diese zwei Mannschaften tragen freilich das Risiko, einmal mehr verlieren zu können, da sie eine Runde mehr spielen und ihr bestes Ergebnis gestrichen wird. Auf der anderen Seite sind dies eben die Mannschaften, die bis dahin führend sind und am wahrscheinlichsten Meister werden. Da scheint es gerecht, dass diese Mannschaften diesen Anspruch ein weiteres Mal unter Beweis stellen, insbesondere gegen einen schwächeren Gegner in der letzten Runde.

Über den Meistertitel entschied somit das Brettpunktergebnis und dies sprach eindeutig gegen uns, was die offizielle Abschlusstabelle ausweist. Demnach ist nach 6 der 7 Runden das Team des SK Lehrte verdienter Deutscher Meister und die Mädchen aus Niedersachsen haben sich dies auch redlich verdient. Letztendlich waren sie Teil des Experimentes und konnten ja nix für die Anwendung des Auslosungsverfahrens. Man muss schon erstmal eine Niederlage gegen den unmittelbarem Konkurrenten so weg stecken wie die 4 und dann so eindrucksvoll zurück in das Turnier kommen! Glückwunsch noch mal auch an dieser Stelle an Lara, Jana, Nicole und Hanna.

Bereinigte Tabelle (nach den Streichwerten für TuRa und Forstenried)

Pl.

Team

Ø DWZ

Land

G

U

V

MP

BP

Bhz

1 +

SK Lehrte

1888

Niedersachsen

5

0

1

10

20½

38

2 -

TuRa Harksheide Norderstedt

1865

Schleswig-Holstein

5

2

0

10

15½

42

3 =

TSV Forstenried

1583

Bayern

4

2

1

8

12½

43

4 =

Muldental Wilkau-Haßlau

1750

Sachsen

3

1

2

7

14½

43

5 =

Karlsruher SF

1829

Baden

2

2

2

6

13½

36

6 =

SK Langen

1581

Hessen

2

0

4

4

10½

39

7 =

Hamburger SK

1422

Hamburg

1

1

4

3

41

8 +

Leegebrucher SF

1301

Brandenburg

1

0

5

2

37

9 -

SV Bannewitz

1363

Sachsen

1

0

5

2

4

39

 Was noch bleibt ist neben der schönen VIZE- Meisterschaft der Gewinn der Brettwertungen von Inken an 3 und Jasmin an 4 mit jeweils 6 aus 7.

1

Nathalie Wächter

 

2000

2000

2022

Gast

 1

 ½

 0

 ½

 ½

 1

 0

2

Emily Rosmait

 

1998

1897

1880

 

 ½

 ½

 0

 1

 ½

 1

 ½

4

3

Inken Köhler

 

2001

1973

1944

 

 ½

 ½

 1

 1

 1

 1

 1

6

4

Jasmin Zimmermann

 

1997

1588

1726

 

 1

 1

 1

 1

 0

 1

 1

6

 

Zum Abschluss noch paar persönliche Worte:

Unsere Mädels haben ein ganz starkes Turnier gespielt und jede Partie wird sie wieder einen Schritt weiter gebracht haben. Für unsere kommenden Aufgaben in den Ligen und Meisterschaften werden sie die Erfahrungen der 7 Runden mitnehmen und sich weiter positiv entwickeln. Wie 2015 wurden sie von Wolfgang betreut und vorbereitet und auch diesmal hat er einen super Job gemacht! VIELEN DANK!

Nicht ganz teile ich jedoch die Ansicht des Schiris bei der Siegerehrung, dass man mit diesem Auslosungssystem eine gute Lösung gefunden habe. Es gab doch einige Schwächen die sich dann auf die DVM nieder schlugen. Allerdings war es allen Teams vorher klar, dass dieses Meisterschaft etwas ganz besonderes werden würde, da man es so noch nie hatte und das wir diesmal eines der Teams waren, die die Härte des „Experimentes“ mit erleiden mussten, ist sicher Schade, aber halt nicht mehr zu ändern.

In diesem Sinne auf ein Neues 2017 und Allen einen guten Rutsch in das NEUE JAHR!“